Beim Gerstenkorn (med. Hordeolum) und beim Hagelkorn (med. Chalazion) handelt es sich um gutartige entzündliche Verdickungen (Tumore) des Lides. Die beiden Erkrankungen sind vom Ansehen allein kaum zu unterscheiden. Erst die Vorgeschichte weist auf die Ursache hin. Schmerzhaftigkeit und Dauer des Bestehens sind die entscheidenden Hinweise.
Das Gerstenkorn ist eine unterschiedlich große, leicht derbe, jedoch nicht schmerzhafte Verhärtung im Augenlid, die nach einer abgeklungenen Gerstenkornentzündung des Augenlides zurückbleibt.
Das Hagelkorn sitzt wie eine kleine leicht bewegliche Erbse unter der Haut im Ober- oder Unterlid und schmerzt kaum. Es verschwindet fast nie spontan und besteht meist schon Monate bis der Betroffene zum Augenspezialist kommt.
Weder Hagel- noch Gerstenkorn sind gefährlich - sie stören “nur” kosmetisch. Lässt man es längere Zeit bestehen, können jedoch bei größeren Exemplaren Hautverdünnungen darüber entstehen, die sich rötlich verfärben. Sollten Sie sich durch das Erscheinungsbild gestört fühlen, so kann es vom Augenarzt entfernt werden. Eine Operation in örtlicher Betäubung erfolgt meist von der Lidinnenseite, danach sieht man keine Narben. Hierbei wird mit einem winzigen Schnitt die Verhärtung ausgeräumt. Bei Eröffnung der Lidhaut von außen wird die kleine Wunde durch eine oder zwei feine Nähte verschlossen.
Mit einer längerfristigen Beeinträchtigung ist nicht zu rechnen. Im Regelfall kann man bereits am nächsten Tag seiner gewohnten Beschäftigung nachgehen, das Lid ist aber noch für einige Tage etwas geschwollen oder gerötet.